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Töpferstadt Kandern Geschichte

In früheren Jahrhunderten wurden Töpfer als Hafner bezeichnet. Es wurden hauptsächlich Gegenstände für den täglichen Gebrauch hergestellt. Hafner, Töpfer, Keramiker sind Begriffe, die im Wesentlichen ein und dasselbe Handwerk beschreiben. In der heutigen Zeit spricht man vom Töpfer oder Keramiker.

 

Kandern gilt bis heute als der bekannteste südwestdeutsche Hafnerort und nahm seit Jahrhunderten in der Hafnerei eine Vorrangstellung ein. Die umfangreichen Tonvorkommen spielten dabei die entscheidende Rolle. Holz für das Brennen der Töpferwaren war auch vorhanden. Der erste in Kandern nachgewiesene Hafner war im 16. Jhd. in das Kirchenbuch eingetragen. Im 18. Jhd. bestanden 27 und im 19. Jhd. sogar 34 Hafnereien.

 

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlebte das Hafnerhandwerk einen wirtschaftlichen Niedergang, weil andere Materialien, wie Steinzeug, der Hafnerware starke Konkurrenz machten. Außerdem begann die industrielle Fertigung von Geschirr.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es 10 Töpfereien in Kandern. Die Großherzogliche Regierung von Baden versuchte durch ein Gewerbeförderungsprogramm den Hafnern zu helfen. In diesem Zuge kam auch Max Laeuger nach Kandern; die von ihm gegründete Max Laeugersche Kunsttöpferei der Tonwerke Kandern erlangte mit Objekten des Jugendstils große Bedeutung. Aus dieser Zeit datieren auch einige Keramiken – insbesondere Teller – die der Expressionist August Macke bei seinen Besuchen in Kandern fertigte.

 

Der Wandel von der Hafnerei zur Keramik war vollzogen; die Hafnerei konnte trotz Gewerbeförderung keine Bedeutung mehr erlangen. Zwischen den Weltkriegen und in den ersten Nachkriegsjahren waren nur wenige Töpfereien in Kandern ansässig. Seit den 40er und 50er Jahren wird sowohl traditionelle Keramik aus einheimischen Ton als auch „moderne Keramik“ aus Steinzeugen (hauptsächlich aus dem Westerwald) hergestellt.

 

Seit 1985 pflegt Kandern eine Städtepartnerschaft mit der Töpferstadt Soufflenheim im Elsass.